LUXEMBURG 2016

Während viele Pfälzer und Saarländer mal eben zum Tanken nach Luxemburg fahren, ist das Land und vor allem die Stadt für viele Bayern noch unerforschtes Gebiet.
Und auch unter meinem Reiseradar ist Luxemburg lange nicht aufgetaucht. Bis jetzt! Und ich bin echt froh darum, denn Luxemburg ist die perfekte Stadt für einen Kurztrip. Weil man sie in relativ kurzer Zeit entdecken kann – und das auch noch fast komplett zu Fuß.
Praktischerweise war unser Hotel so zentral – in München wäre das, als würde man am Marienplatz wohnen. In Luxemburg ist es der Place d´Armes – der Paradeplatz. Mitten in der Stadt, ein Platz mit vielen Straßencafés und Restaurants und eben unserem netten, einfachen Hotel – dem Hotel Francais (www.hotelfrancais.lu).
 
Von dort aus sind wir losgelaufen – zur Cathedrale Notre-Dame, dem Palast Grand Ducal und hin zum ersten großen Highlight in Luxemburg: Der Unterstadt (der Stadtteil heißt „Grund“).
Man kommt dort entweder zu Fuß hin oder für Faule: Mit dem Aufzug. (Ratet, wofür ich mich entschieden habe! Um meinen Trägheitsfaktor zu schmälern muss ich dazu sagen: Wir sind runter gefahren und hoch gelaufen. Ok, so richtig clever ist diese Variante nicht… :) )
Zu dem Aufzug kommt man, wenn man durch das Gerichtsviertel läuft und es ist genau der, den man am wenigsten erwartet – er sieht nämlich aus, als würde er (nur) zum Parkhaus fahren.
Grund ist wirklich süß. Kleine Häuschen, die am Fluss Alzette entlang stehen und auch schöne Restaurants und Cafés. Wir haben uns für das Bosso entschieden (www.bosso.lu), ein gemütliches Restaurant – der Salat mit Schafskäse und Pilzen war toll!
Wir waren also gerüstet für die vielen, vielen Stufen in Highlight Nummer 2: Die Kasematten. 
Das sind Höhlen und Gänge, die in den Bockfelsen gehauen sind und ursprünglich ein Teil der Festungsanlage waren. Hier haben wir die fehlende Cleverness von eben wieder ausgeglichen, indem wir im Felsen unterwegs waren, während die Leute draußen längst ihre Regenschirme aufgespannt hatten. (Mussten wir später allerdings auch, denn so richtig Glück mit dem Wetter hatten wir leider nicht)
 
Die Kasematten waren auf jeden Fall beeindruckend. Ständig verläuft man sich (sich an den Plan halten, den man am Eingang bekommt – das ist doch was für Anfänger!). Oft quält man sich zig Stufen der engen Wedeltreppen nach unten um dort dann festzustellen, dass man nur in einer winzigen Nische gelandet ist und nichts tun kann, als sich beim Hochgehen den zweiten Drehwurm zu holen. Schön war´s!
Da es sich ziemlich eingeregnet hatte, haben wir das einzig richtige gemacht: Ab ins nächste Café! Das Café Konrad. (www.facebook.com/Konradcafe)
Das Konzept: Nimm die schrabbeligsten Möbel, die du auf dem Sperrmüll finden kannst, kombiniere sie mit der buntesten Tapete und den kitschigsten Staubfängern, die selbst deine Oma zu altmodisch findet und jeder wird’s retro und cool finden. Ich übrigens auch! Aus erster Hand weiß ich: Der Karottenkuchen ist der Wahnsinn!
Nach einem kurzen „schnell-heiß-duschen-und-sich-umziehen-Stop“ im Hotel haben wir uns ins Luxemburgische Nachtleben gestürzt und das geht vermutlich am besten in Rives de Clausen – so heißt der sanierte Gebäudekomplex der alten Mousel–Brauerei. Hier sind viele Restaurants, Bars und Clubs.
Die perfekte Grundlage haben wir uns im brasilianischen Restaurant „Maria Bonita“ (www.restaurantmariabonita.lu) geholt. Hier gab es ein tolles Buffet. Sogar ich als Vegetarier bin total auf meine Kosten gekommen, obwohl das wahre Highlight die verschiedenen Fleischspieße sind, die von den Kellnern von Tisch zu Tisch getragen werden und ich hatte echt schon ein schlechtes Gewissen, immer nein zu sagen. Zum Glück gab es später auch noch gegrillte Ananas am Spieß – immer her damit!
Die brasilianische Stimmung wurde mit Livemusik und bunten Cocktails (und Caipirinha!!!) abgerundet.
 
Wir sind dann noch ins IKKI (www.ikki.lu) weitergezogen, ein cooler Club mit coolen Leuten und coolen Drinks. Cool!
 
Am nächsten Tag ging es auch schon wieder Richtung Flughafen – wir hatten aber noch einen Stop im „Manhattan Luxemburgs“ eingeplant – dem Kirchberg Plateau.
Dort kommt man vom Stadtzentrum super mit dem Bus Richtung Flughafen hin und es lohnt sich: Der komplette Kontrast zu den alten Stadtmauern und den Fachwerkhäusern in Luxemburg. Hier ist alles schnieke und neu. Hier stehen Hochhäuser mit großen Glasfronten, das abgefahrene Museum Mudam, diverse Banken und stylische Hotels. UND man hat einen tollen Blick auf Luxemburg.
 
Der perfekte Abschluss also für einen wirklich schönen Kurztrip in eine Stadt, die man bisher so schändlich mißachtet hat.