ISRAEL 2017

„Ernsthaft? Israel?!“ oder „Da ist es doch so gefährlich!“ – das waren nur einige Reaktionen, als ich von meiner Israel-Reise erzählt habe.

Aber wirklich unsicher habe ich mich nie gefühlt.

Aber von vorne: Wir waren sechs Tage in Israel, fünf davon in Tel Aviv, an einem Tag sind wir nach Jerusalem und Bethlehem gefahren.

Tel Aviv ist keine schöne Stadt im klassischen Sinne, aber sie kann locker mit allen Metropolen dieser Welt mithalten – von New York bis Buenos Aires. Tel Aviv ist interessant, lebendig und einfach eine coole Stadt, in der die Menschen eine Lebensfreude ausstrahlen und eine Ausgehkultur pflegen, wie ich es selten erlebt habe.

 

Es gibt nicht viel, was man in Tel Aviv unbedingt sehen MUSS.

Mann MUSS unbedingt mal in Old Jaffa gewesen sein, ein sehr touristischer Stadtteil, aber eben auch ein sehr schöner mit seinen alten Häusern.

Man MUSS mal über den Flohmarkt in Jaffa geschlendert sein.

Man MUSS mal den Trubel auf dem Carmel Market erlebt haben.

Und man MUSS mal an der Strandpromenade entlanggelaufen sein.

Aber ansonsten MUSS man nichts, außer sich treiben lassen.

In Tel Aviv könnte man den ganzen Tag nur in Restaurants, Bars und Cafés verbringen, einfach, weil es so viele schöne davon gibt.

 

Zum Beispiel das „Manta Ray“ am Alma Beach (mantaray.co), ein tolles Restaurant direkt am Strand mit unfassbar schönem Blick von der Terrasse aufs Meer.

Auch in „The Prince“ (www.facebook.com/theprincetlv/isst man nicht nur gut, die Location ist auch besonders. „The Prince“ ist ein lässiges Rooftop-Restaurant, das man nicht findet, wenn man nicht davon weiß und die genaue Adresse hat. Am Eingang steht der Name nicht und es sieht aus, wie ein ganz normaler Hauseingang. Aber wenn man das Restaurant mal gefunden hat, wird man mit guten Cocktails, gutem Essen und einer schönen Dachterrasse belohnt.

Eines der besten Restaurants um zu frühstücken ist das Benedict (www.benedict.co.il/en), hier gibt es rund um die Uhr (WIRKLICH rund um die Uhr!) Frühstück und die Auswahl ist riesig!

Ein ganz besonderes Erlebnis hatten wir in der Bar „Speakeasy“ (www.speakeasy.co.il). Auch hier kann man von unten nicht erkennen, was für ein Schätzchen sich auf dem Dach befindet. Wir haben nur von unten gesehen, dass auf der Dachterrasse eine riesen Party steigt. Einlass war eigentlich nur mit Gästeliste und Türsteher, aber wir haben nett gefragt und wurden hoch gelassen. Und so standen wir auf einmal völlig underdressed (auf Städtetrips gehe ich selten in Kleidchen und Highheels) mitten im Feiervolk Tel Avivs und haben Cocktails geschlürft.

Falls ihr übrigens auf Hummus steht, hab ich noch einen kleinen Geheimtipp, den wir selbst von einem Israeli bekommen haben. Den besten Hummus der Stadt (und das können wir fast bestätigen, denn wir haben viiieeel Hummus gegessen) gibt es im Restaurant „Abu Hasan“ (www.tripadvisor.de/Restaurant_Review-g293984-d803562-Reviews-Abu_Hasan_Ali_Karavan-Tel_Aviv_Tel_Aviv_District). Es ist alles andere als schick, dafür sehr trubelig, man sieht nur Einheimische und weiß nicht so richtig, was man wirklich bestellt. Wir haben einfach zwei verschiedene Arten vom Hummus hingestellt bekommen, dazu Fladen, eine scharfe Soße und eine rohe Zwiebel (???). Es war großartig!

Und wenn man sich dann die ganzen Kalorien, die man sich so in den tollen Restaurants angefuttert hat, wieder abläuft, dann sollte man die Augen aufhalten, denn Tel Aviv ist die Stadt der Street Art. Noch nie hab ich so viele schöne Kleinigkeiten entdeckt. An jeder Ecke und in jedem unscheinbaren Hinterhof gibt es was zu sehen.

Ein ganz besonderes Erlebnis in Tel Aviv war die Einstimmung zum Sabbat. Am Dolphin Beach findet nämlich jeden Freitag Abend eine Trommel-Session statt. Ein paar Leute versammeln sich und verzaubern einfach mit dem Rhythmus. Man muss einfach mittanzen! Und ganz nebenbei geht auch noch die Sonne über dem Meer unter - eine ganz besondere Stimmung. 

Jerusalem und Bethlehem haben wir dann in einer Tagestour gemacht. Das absolute Kontrastprogramm zu Tel Aviv! Erstmal sind wir nach Bethlehem in Palästina gefahren.

Es ging mit einem Minibus über die Grenze, die von schwerbewaffneten Soldaten bewacht wird. In Palästina mussten wir dann in einen anderen Bus umsteigen und sind dann zur Geburtskirche gefahren. Die ist leider schon seit 3 Jahren im Umbau und deshalb gab es in der Kirche vor allem Baugerüste zu sehen, aber eben auch die Höhle, in der ein Altar über den Ort gebaut wurde, an dem die Krippe stand, in der Jesus angeblich geboren ist.

In Jerusalem war es in erster Linie sehr, sehr voll – aber auch sehr, sehr interessant. Es ist schon atemberaubend, auf einmal in der Grabeskirche zu stehen – inmitten von Gläubigen, die das Grab Christi besuchen oder kleine Kreuze auf dem Stein, auf dem er angeblich für sein Begräbnis gesalbt wurde, segnen lassen.

Danach sind wir die Via Dolorosa, den Kreuzweg entlang gegangen. Auf diesem Weg stehen überall große Holzkreuze, die die Christen ein Stück des Weges tragen und es gibt auch hier einige heilige Eckpunkte, wie zum Beispiel Jesus Handabdruck.

Als letzte Station in Jerusalem haben wir die Klagemauer besucht. Hier gibt es einen Teil für Männer und einen für Frauen. Wir hatten vorher kleine Zettel mit Gebeten geschrieben, die wir in die Mauer gesteckt haben. Eine schöne Tradition, vor allem, weil die ganzen Zettel eingesammelt und am Ölberg vergraben werden. Woher die Klagemauer ihren Namen hat, merkt man allein daran, dass es Menschen gibt, die an der Mauer bitterlich weinen, viele küssen die Mauer, beten.

Jerusalem war sehr beeindruckend für mich, trotzdem war ich froh, dass wir den Großteil unserer Reise im entspannten Tel Aviv verbracht und uns Jerusalem als Kultur-Highlight aufbewahrt haben.

 

Während die Einreise nach Tel Aviv völlig problemlos geklappt hat (und davon hatte ich vorher schon einige Horrorgeschichten gehört…), wollte man uns wohl nicht so einfach wieder los werden. Bei der Ausreise mussten wir am Flughafen viiiieeele Fragen beantworten und unsere Koffer wurden buchstäblich auseinandergenommen. Aber wir hatten viel Zeit, also war das ganze Prozedere kein Problem.

Vermutlich waren die Sicherheitsmaßnahmen verschärft, weil zur selben Zeit, in der wir abfliegen sollten (, was sich natürlich auch verzögert hat) Donald Trump mit seiner Air Force One in Tel Aviv gelandet ist. Am nächsten Tag waren Fotos von Trump in der Presse, auf denen er an der Klagemauer zu sehen ist. Er stand da völlig allein. Komisch, wo waren nur die ganzen Menschenmassen? Die mussten in ihren Häusern und Hotels bleiben, alle Straßen in und um Jerusalem waren gesperrt. Wie gut, dass wir schon einen Tag vorher dort waren...